Heidi-Overdrive

03022008(001)03022008(016)03022008 Hujujui. Ist schon eine Weile her - zugegeben. Aber, das tolle an Blogs ist doch, dass man sie durchaus verwaisen lassen kann. Oder doch nicht?

Was ist gelaufen? Nun gut, also wie jedes Jahr ist da diese Zeit rund um den Karneval. (Ich weiß, Karneval ist im Februar, aber vielleicht lohnt es sich ja doch, diesen Artikel zu lesen.)

Nachdem ich letztes Jahr meinen Spaß so richtig im pfälzischen Wörth fand, war ich dieses Jahr reif für die nächste Stufe: Umzug! Ja Baby, nicht Wohnungsumzug, sondern Karnevalsumzug. Und weil zugucken was für Weicheier ist, machte ich doch gleich mit.

 

Aber ich fange mal am besten vorne an: Ein geschätzter Kollege fragte mich zwei Wochen vor dem Umzugstag, ob ich denn Lust hätte beim Germersheimer Karnevalsumzug mitzuwirken. Er unterbreitete mir seine Idee als Gruppe von Fliegen teilzunehmen. Fliegen? Wie kafkaesk! Natürlich fand ich die Idee gut und soetwas mal durchzuziehen, hatte was.

Es verging eine gewisse Zeit (und bei mir geriet es in Vergessenheit) bis mein Kollege eines Mittags in der Kantine eröffnete, dass seine Frau fest mit mir rechnete. Ich erwiderte, dass seine Frau keine wirkliche Autorität bei mir besitze, aber aus Freundschaft (lies: um ihm eventuellen häuslichen Ärger zu ersparen) sagte ich zu. Es wurden schon Pläne gemacht, was für ordentliche Fliegenkostüme von Nöten wäre. Die Rede war von Teesieben, Overalls, Flügeln aus Frischhaltefolie und Draht...

Am Tag des Umzugs also trafen wir uns im Haus meines Kollegen und frühstückten erstmal. Allet janz harmlos. Irgendwann nachmittags dann zogen wir in voller Fliegenmontur Richtung Germersheim los. Bevor wir auf dem eigentlichen Weg waren trafen wir schon die erste Heidi[1] - es sollte nicht die Letzte sein und der eigentliche Charme der Verkleidung wurde mir erst auf dem Umzug selbst so richtig bewusst.

{gallery}ka2008__karnevalgermersheim/03022008(016).jpg" alt="Die Heidis!" width="150" height="112" align="left" />Für alle Nichtwisser (bis vor kurzem war ich selbst einer): Die Teilnehmergruppen am Karnevalsumzug müssen sich vor Beginn des Umzugs registrieren und bekommen eine Nummer verpasst (ist auch gut so, wenn man die Gewinner küren will). Für kleine Gruppen ist es im Prinzip einfach teilzunehmen, weil man den Weg nicht wirklich kennen muss. Entweder folgt man der Vorgängergruppe oder es sind so viele Zuschauer ringsherum, dass man keine Chance hat, den Weg zu verfehlen.

Unsere Vorgänger: Die Heidis samt Bergen *g* und passenden Peters. Was daran lustig ist? Es ist super lustig, denn wenn die gesamten Germersheimer Tischtennisherren in Heiditrachten zu Der Berg ruft[2] abtanzen, geht die Post voll ab. Die Tischtennisdamen waren als Almen-Peters verkleidet und begeleiteten das ganze Spektaktel oder sprangen die ganze Zeit rum, wie es bei keinem zünftigen Jumpstyle[3][4]-Rave besser gehen würde. Ich denke auch, dass man im Karnevalsumzug sehr gut aufgehoben ist, wenn man hinter dem Germersheimer Tischtennisverein bleibt. Zumindest muss man nicht dürsten. So viel erstmal zu den positiven Eindrücken.

{gallery}ka2008__karnevalgermersheim/03022008(001).jpg" alt="Mein Werter Kollege Jens" width="150" height="112" align="left" />Leider sind das Rote Pferd, Cowboy und Indianer, Joanna und Ein Stern... nicht jedermanns Sache [5]. So kann auch ich mit diesen Ausgeburten deutschen Musikindustrie nichts wirklich anfangen und sechsmal an einem Tag (dieser dauerte etwa sechs Stunden) diesen Liedern ausgesetzt zu sein macht sie auch nicht besser. Was mich aber wirklich wurmt, dass man dieses Zeug fast ganzjährig auch auf Mallorca und wie ich gerade erst erfahren habe, in den deutschsprachigen Skigebieten hören kann. Nun gut.

Übrigens hatte sich mein bester Kumpel bereits im November die echteste aller Karnevalsdröhnungen gegeben: Kölle - samt Bläckföss! Ja, er war schon immer härter als ich ;) Ich grüße Dich, mein Bruder!

 

Verweise:  [1] Heidi [2] Der Berg ruft [3] Jumpstyle [4] Jumping all over the World [5] Gehirnwäsche