Vom Dicken B zum kleinen ka

Nun, viele Leute meinen sich heute im Netz per Forum, blog, Tagebuch äußern zu müssen. Warum soll dies gerade die Kolumne sein, auf die alle gewartet haben? Im Prinzip erhebe ich keinen Anspruch darauf, dass dies hier jene Kolumne wäre. Was ich aber stattdessen kann, ist einfach niederzuschreiben, warum dies hier dennoch lesenswert ist.

Los geht's mit einem kleinen Exkurs. (Um der ganzen Geschichte etwas epische Breite zu verleihen, kommt hier nun die passend epische Einleitung:) Es begab sich im Dezember letzten Jahres (das war 2004), dass einer der vielen waschechten Berliner, sozusagen ein Preusse, auszog in den wilden Westen Badens. Genauer gesagt in die Wiege deutschen Recht-Sprechtums, nämlich nach Karlsruhe. Ab hier wird sicher deutlich, was kleines ka wohl bedeuten mag. Im Gegensatz zum Dicken B, home an der Spree,  ist Karlsruhe verhältnismäßig klein, leistet sich aber dennoch einige Allüren einer echten Großstadt. Geradezu beispielhaft hierfür ist die Tatsache, dass man mit dem ÖPNV tatsächlich 45 Minuten braucht, um die Stadt zu durchqueren.

Ich will mich an dieser Stelle nicht beschweren, aber als Berliner werde ich dieses stetig in mir schlummernde Gefühl nicht los, dass die selbe Strecke Berlin in etwa 20 Minuten zu schaffen wäre. Mit doppeltem Umsteigen! Nebenbei gesagt, ein Nachtbus in Berlin henkert die Strecke in nicht unwahrscheinlichen 10 Minuten runter.

Besagter Preusse, der auszog, die Badenser das Fürchten zu lehren bin ich - ist sozusagen meine Wenigkeit. Ja, ich weiß, Badenser mögen es nicht als Badenser bezeichnet zu werden. Aber Badenser ist immerhin besser, als einen Badener als Schwaben zu beschimpfen. (So, wie ich es erlebt habe, gehen rote Lichter an, wenn in Karlsruhe der Ortsname Stuttgart fällt - so oder so ähnlich meint es zumindest mein Vermieter.)

Nichtsdestoweniger sind Badener sehr umgänglich. Vor allem mit Leuten, die mit im Gegensatz zu ihnen mit dem doppelten Tempo sprechen. So ergeht es einem Nordlicht wie mir doch sehr oft, dass man hierauf angesprochen wird. (Schnell? So so.) Nehmen wir es einfach mal hin. Wer hingegen meint dass Badisch kein Hochdeutsch sei, darf sich an dieser Steller gerne eines besseren belehren lassen. Es heisst zwar: "Mir kenne alles außer Hochdeutsch." Aber gegen Pfälzer und Schwaben sehen Badener mit ihrem leichten Hang zu hschd Lauten blass aus. Ich tendiere auf Grund dieser Betrachtung Pfaben und Schwälzer in einen Topf zu packen. (Besser noch: In eine Schublade!)
  • Pfabe: Ein Schwabe mit dem Geschmack für Speis und Trank eines Pfälzers.
  • Schwälzer: Ein Pfälzer mit einem Hang zum Sparen, der dem eines Schwaben würdig ist.

Hier daher mein Senf zum Thema Pfaben und Schwälzer: Leben und leben lassen (sowohl Pfaben, alsauch Schwälzer). Aber mal ehrlich, würdet Ihr etwas essen, das Schwartenmagen heisst? Oder respektive ist "Geiz frisst Gehirn" ein echtes und wahrhaftes Lebensmotto? Was man aber als multikultureller Aggro-Berliner doch tatsächlich in Baden lernen kann, ist einfach gesagt: Laisser faire.

Zurück zu der Frage, die eingangs in den Raum gestellt wurde. Welche Frage? Nun, die Frage nach dem Sinn. Die Frage nach dem Daseinsgrund. Die Frage vom Sein und Nichtsein. Die Frage deren Antwort einfach lautet: Ich schreibe diese Kolumne immer dann, wenn ich in einem Zug vom kleinen ka in Richtung Dickes B sitze. Und wer das liest, stellt mir in Zukunft entweder weniger oder mehr Fragen über mein exilantisches Dasein in Karlsruhe.

Somit ist dies hier kein Tagebuch, sondern es entspricht eher dem Output meines Gehirns, wenn ich im Zug im Zug sitze. (Echt kein Tippfehler, hier zieht's und mir läuft der verdammte Zinken. *schneuz*) An dieser Stelle nutze ich die Gelegenheit und gebe eine Sache unverblümt zu: Ich liebe Billigflieger, ich bin ein Weichei und 5h ICE empfinde ich als Quälerei. Gebt mir Am-Platz-Service, Cabin Attendants, Tomatensaft, Tabasco und ein verdammtes Milchschokoladeherz! Damn, I love this.

Im Prinzip ist es (mal wieder...) ganz einfach: 5h20 im ICE, davon 3h Akkulaufzeit von hermes und ich scribble hier einfach alles nieder. Keine Sortierung, keine Aufbereitung - nichts als pure Meinung, Selbstdarstellung, Ego-Trip, Hirnwäsche und Erlebtes. Wer mich also lesen will, der findet mich hier. Eine Warnung allerdings vorab: Viel Text ist nicht unwahrscheinlich. Daher nehmt Euch Zeit.

Und in der nächsten Folge von B/ka: Großes Kino und wie es ist, wenn man vergisst Q3A skills auf J5A anzuwenden. Stay tuned and carpe noctem.