Back in Blue

Zwei Jahre. Eigentlich mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass ich Karlsruhe aufgeschlagen bin. Zwei Jahre. Zwei Jahre ohne einen gescheiten Internetanschluss. Ich gebe zu: Die ersten zwei Wochen damals waren furchtbar. Zittern, Schlaflosigkeit, generelle Unzufriedenheit - die üblichen Junkie Dilemmas. Aber es hat sich gelegt, langsam zwar, doch stetig. Bild000Bild010

Nun, zwei Jahre danach, da mein DSL Anschluss etwa vier Tage alt ist und ich auch über so tolle  Sachen wie VoIP und Video Chat wieder mit der Welt verbunden bin, hat das Internet mich wieder. Ich bin zurück, und zwar in blau! (Okay, das war eine kleine Anspielung auf meinen Zugangsanbieter.)

Aber genug darüber. Ich nehme die Gelegenheit war und schiebe hier mal eine kleine Geschichte aus dem letzten Sommer nach.

Eines Morgens bemerkte ich, dass hinter einer Wandfliese meiner Dusche eine Ameisenstraße endete. Natürlich verfolgte ich diese. doch da ich zur Arbeit musste, verschob ich meine Untersuchung auf den Abend. Abends dann zog ich los: Dusche, die Fußleiste im Bad entlang, rein ins Wohnzimmer. Ha! Final Destination: Küche. Natürlich, watt'n sonst? Allerdings wurde die Verfolgung hier etwas schwierig. Auf gut Glück ging ich den Mülleimer an. Sackgasse. Aber, was sah ich da? Eine halbe Packung Pfefferminzbonbons auf der Arbeitsplatte und eine Haufen eifriger Waldbewohner. Die übriggebliebenen Pfefferminbonbons sahen nicht mehr so gut aus, also wanderten diese in den Müll. Die Waldbewohner ließ ich in Ruhe. Die würden sicher merken, dass nichts mehr zu holen ist.

Die Wirkung stellte sich schon am nächsten Morgen ein. Nur noch vereinzelt liefen eine Handvoll Ameisen durch meine Wohnung. Bis zum Abend seid ihr sicher weg, dachte ich. Dachte ich.

Abends aber wieder das selbe Schauspiel vom Vortag. Dusche, die Fußleiste im Bad entlang, rein ins Wohnzimmer. Ha! Final Destination: Küche. Natürlich, watt'n sonst? Also, Mülleimer? Nee, sauber. Arbeitsplatte? Verdammt! Ameisen fressen Tomatenreste? Und ich dachte ich wäre gut in Biologie. Dachte ich. Ich beseitigte die Tomatenreste vom Frühstück und stellte eine Beobachtung an. Rund um die Stelle mit dem Tomatenstrunk waren etwa ein halbes Dutzend Ameisen, die sich nicht bewegten. Ihre Körper waren von dem Tomatenstrunk weg gerichtet. Verdammt, die Viecher bewachen ihr Futter! Wieder mein Spruch: "Aber, dass ihr morgen weg seid, Jungs!" Ich ging zu Bett.

Die Wirkung stellte sich schon am nächsten Morgen ein. Nur noch vereinzelt liefen einige Ameisen durch meine Wohnung. Bis zum Abend seid ihr sicher weg, dachte ich. Dachte ich.

Abends aber wieder das selbe Schauspiel. Dusche, die Fußleiste im Bad entlang, rein ins Wohnzimmer. Ha! Final Destination: Küche. Natürlich, watt'n sonst? Also, Mülleimer? Nee, sauber. Arbeitsplatte? Nee, sauber. Hmm. Die Schränke? Autsch, überall Ameisenwachen an den Schranktüren. Etwa ein Dutzend. Also suchte ich im ersten Schrank. Wie auch? Ist doch eh nur Geschirr drin. Ich öffnete den zweiten Schrank und siehe da: Ameisen. Viele Ameisen!

Bild000Bild010 Die Waldbewohner standen in dichten Reihen um ihren Schatz: Mein(!) Zuckerstreuer. (So einer, wie in den Bistros. Mit einer kleinen Klappe über der Öffnung, die aufspringt, wenn man den Streuer kippt.) In dem Streuer hunderte Ameisen! Okay, dachte ich, ihr habt mich noch nicht bemerkt. Die Wachen waren noch nicht alarmiert.

Ich griff einen Topf und füllte ihn mit Wasser. Den Streuer mit samt den ganzen Ameisen stellte ich in den Topf. Jetzt waren die Waldbewohner alarmiert! Ein Gewusel ging los und zufrieden über meine Plan sinnierte ich über mein Karma. Die Waldbewohner versuchten aus dem Streuer zu flüchten, doch die Verschlussklappe hinderte viele daran. Dennoch floh ein ganzer Haufen von ihnen aus dem Streuer, doch sie konnten nicht entkommen. Das Wasser versperrte ihnen den Weg. Nachdem ich den Zuckerstreuer komplett entleert hatte widemete ich mich den übrigen Wachen.

Seitdem bin ich vorsichtiger mit Bonbons, Zucker und Tomaten.