Geschrieben von: Marco Sonntag, den 04. November 2007 um 22:01 Uhr
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Noch immer angeregt durch das Konzert von Shantel und dem Bucovina Klub Orkestar stattete ich gestern dem Kaffee Burger in meiner Lieblingsstadt (nein, nicht Karlsruhe) einen Besuch ab.
Versprochen war Ungarisch russischer Klezmer Punk Hop. Besagter Act waren Rotfront. Das Versprechen wurde gehalten und was noch viel besser ist, dass ich vier Freunde überzeugen konnte mitzukommen. Mit meinem Wahlspruch "ey, aber wenn's Mist ist, sacht nich' ick bin schuld, wa" gewappnet ging's also auf ins Kaffee Burger.
Auf dem Weg - wir hatten uns in zwei Gruppen aufgetrennt und mein Kumpel und ich dachten uns wir stylen mit unseren DB Rädern durchs Brandenburger Tor - durfte ich noch einmal altes Berliner Mauer Flair genießen, weil eine koreanische Künstlerin eine drei Meter hohe Installation im Gedenken an den Wall aufgestellt hatte. Ohne Beton, dafür aber mit Plastik und Neonlicht, original hoch, original breit.
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Am Kaffee Burger angekommen, hieß es erstmal warten. Ein Typ guckte kurz aus der Tür und meinte nur: "Five minutes". Moment war das nicht Wladimir Kaminer? Five minutes vergingen und wir durften rein. Scheiße, er hatte recht, war noch viel zu früh. Dafür gab's aber erstmal ungarischen Aprikosenlikör zur Begrüßung. Gemessen an der Anzahl der Umlaute hätte die Marke auch aus der Türkei stammen können. Berlin Faktor, halt. Bewaffnet mit Gutscheinen für zwei Umlaute statt einem ;) hieß es erstmal wieder warten und den Charme des Kaffee Burgers ergründen.
Vielleicht kennt der Leser ja noch jene Gewebetapeten, die in dunklem beige gehalten schönste Jungendstilblüten darstellen. Nach modernen Gesichtspunkten könnte man diese mit dem Attribut wasch- und weichspülbar bewerben. Am besten jedoch sind die Lampen. Nur hätte man diese in den letzten 70 Jahrzehnten gewaschen wäre es doch nicht das Wahre.
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Irgendwann dann kamen sie. Zehn Köpfe samt Instrumenten und der Mission das Publikum Schweiß und Schnaps schwitzen zu lassen. Damit der Schnaps nicht ausging gab es natürlich Zufuhr an kostenlosen ungarischen Umlauten. Merkwürdigerweise war die "Frauen"flasche schneller leer als die "Männer"flasche. Komisch auch, dass trotz des Bandwahlspruchs "Vodkahits non-stop" es nur Umlaute mit Aprikosengeschmack gab :)
Supergeil die Stimmung und Publikum. Abgelesen an der Anzahl derer, die die Texte auch auf russisch und ungarisch mitsingen konnten sprangen da ein Drittel osteuropäer rum. (Icke ja och eena davon, wa). Berlin Faktor, halt.
Vollkommen platt durch die Zugaben mit der ungarisch russischen Klezmer Punk Hop Version von Kraftwerks "Wir sind die Roboter" und einer vollkommen abgedrehten Version von Deichkinds "Yippie yeah yippie yaha [hier fehlt was] Remmie Demmi!" gab's dann erstmal lecker Falafel. Wie geil ist das denn bitte?
Linkliste
http://myspace.com/rotfrontberlin
http://www.kaffeeburger.de/
http://www.myspace.com/russendiskoberlin
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