Überlebt: Fantasy Filmfest 2007

Dieses Jahr musste es unbedingt sein: Ich musste zum Fantasy Filmest, denn schließlich hatte ich es letztes Jahr versäumt Berlin zur entsprechenden Zeit einen Besuch abzustatten. Rechtzeitig vor meinem Urlaubsantritt durchforstete ich also das diesjährige Angebot auf dem FFF07.

Holla, die Waldfee! Nach etwa zwei Stunden stand fest, dass ich etwa 13 Filme sehen musste. Ooops... Wenn ich daran denke, dass ich die ersten zwei Tage der Filmfestwoche verpasst hatte, dann hätte ich vielleicht sogar 20 Filme sehen müssen.

Tag 1

So begann also meine FFF07 Odyssee am Samstag, dem 18. August mit dem echt kriminell düsteren, französischen "Crime Insiders" Movie, dass auf 13 Uhr angesetzt war. Für meinen Geschmack etwas zu früh, wenn man bedenkt, dass sowas im öffentlichen Fernsehen nicht vor 22 Uhr laufen würde.

22082007(013)22082007(018) Direkt danach (und das sollte mir im Laufe der folgenden Tage immer so ergehen) ging es dann an die beiden deutschen Produktionen "Nimmermeer" und "Kaltmiete", wovon der zweite echt böse war - eher psycho, der erste war ein schönes Kurzfilmmärchen. "Wir sehen jetzt zwei Filme, die unterschiedlicher nicht sein könnten." Tja, das war nicht gelogen.

Wenn ich dann an den dritten Film des Tages denke, "Paprika", ein japanisches Anime, wird mir bewusst, dass ich für diesen Quatsch Lucy Liu in "Rise: Blood Hunter" links hatte liegen lassen. Ich muss diese merkwürdige Verpflichtung zu Animes das nächste Mal beim Filmfest zur Abwechslung abstreifen. Den Abend schloss ich dann mit dem Centerpiece "La Antena" aus Argentinien ab. Ein echt interessanter Stummfilm, in dem nur zwei Charaktere eine Stimme besitzen. Wie die restlichen Bewohner der Ciudad sin Voz miteinander sprechen behalte ich an dieser Stelle für mich.

Für diejenigen, die noch nie auf dem FFF waren: Die Filme, die ich an diesem Tage gesehen hatte, waren die vier, die ich mir aus dem Programm der 17(!) Filme ausgesucht hatte, die in den drei Festivalkinos an diesem Tag liefen.

Tag 2

Ich stehe manchmal auf Bollywoodfilme! Also, warum nicht mal Bollywood zum FFF? Am zweiten Tag ging es dann also schon um 12 Uhr los - aber richtig, so mit Sharukh Khan, extremen Posing, übertriebener Action, die Tom Cruise in Mission Impossible wie einen Anfänger aussehen lässt und last, but not least dem Singen und Tanzen, das man aus Bollywood kennt. Wahnsinn! Wer denkt, dass Keanu Reeves in Matrix 1 in der verlassen U-Bahn-Station den Poser raushängen lässt, der solle sich mal "Dhoom 2" reinziehen.

Anschließend, weil ja fünf Tage Filmfest und ein Dutzend Filme nicht ausreichen: Ab in die Kurzfilme. So recht erinnere ich mich nicht mehr an alle Titel, aber "Itsy Bitsy" (featuring eine gar nicht itsy-bitsy Vogelspinne) und "Lille Lise" (featuring danish Poltergeist) hatten das Spektrum doch ganz nett aufgesprenkelt.

Wie verheiratet man einen Film wie Snatch mit Ivan dem Schrecklichen? Weil manche Fragen - so auch diese - mehr als eine richtige Antwort haben, kann man "Botched" als gültige Lösung gelten lassen. In diesem Film geht alles richtig schief.. äh.. beschissen (getreu dem Filmtitel).

Wie gesagt, enttäuscht vom ersten japanischen Film, okay Anime, war ich dann nun doch gespannt auf "Death Note". Titel gut, Film interessant, nur etwas schlecht war dann die zu offensichtliche Antizipation des zweiten Teils, den ich am folgenden Tag sehen sollte. Zu dem Film nur folgendes: Hinlänglich bekannt ist, dass so manche Moderatorin eines Musiksenders (lat. "es lebe!") Nacheiferer hat. Habt ihr euch schonmal die Frage gestellt wem die echten (Computer-, Videospiel-, Technik-, Internet-, Rollenspiel-, etcpp...) Freaks nacheifern? "Death Note" kennt die Antwort.

Tag 3

"Death Note 2": Nicht ganz so gut wieder erste Teil (Idee ist halt die selbe), nur dass man durch die Story etwas mehr auf Trab gehalten wird. Mal abgesehen davon, komme ich mit dem Humor(?) der Japaner nicht ganz mit. Oder warum sollten sie einen Gott Jealous nennen, obwohl dieser sein Dasein für eine Sterbliche hergibt? (Nein, nicht der Quatsch mit der Unsterblicher verliebt sich in Sterbliche Scheisse, sondern aus Pflichtgefühl... wie fernöstlich) ...

Nachdem "Death Note" und "Death Note 2" doch ganz nett gegen die Überbevölkerung auf der Welt angegangen sind, war es am besten in diesem Sinne fortzufahren. "The Signal" liefert die Antwort auf das Aussehen des Horrortrips wenn so ziemlich jeder auf jeden losgeht - um diesen, jenen oder jeden zu töten. Zitate, wie Kettensägenpsychos waren die Bereicherung der Bilder im Hintergrund. Böse, böse ;)

Tag 4

Aufgrund familiärer, jährlich wiederkehrender Umstände, musste ich das Programm am vierten Tag auf einen einzigen Film reduzieren: "W(delta)Z". Zwei Cops, alter Hase + junge Kollegin, eine Ermittlung, eine alte Geschichte, die einer versucht zu vertuschen... nichts Neues, oder? Doch: Der Test. "Love is nothing. It's all about the genes." Ging unter die Haut, und wer hätte gedacht, dass die naive Cecille aus Eiskalte Engel / Cruel Intentions so krass drauf sein kann?

Tag 5 (Finale)

22082007(013)22082007(018) Witzigerweise führte mich der letzte Tag, bedingt durch das Programm, in das Kino in der Kulturbrauerei. Die vier Tage zuvor beschränkte sich meine Anwesenheit auf das Cinemaxx am Potsdamer Platz (die Bahn hat sich sicher über die rege Benutzung ihrer Fahrräder gefreut). Es war schon eine Weile her, dass ich in der Kulturbrauerei war und die Gelegenheit traf sich gut, sodass ich wieder ein bißchen Prenzl'berger Luft schnuppern konnte.

The Lookout: Memento trifft auf Bankraub. Nicht mehr, nicht weniger.

Wisst ihr, wer Mr. Vengeance, Old Boy und Sympathy for Lady Vengeance gemacht hat? Der selbe, der auch "I'm a Cyborg, but that's okay" gemacht hat. Park Chan Wook schlägt mal wieder zu, aber diesmal ist Rache à la Koreana nicht der Hauptgang. Stattdessen eine psychiatrische Anstalt und der wohl abgefahrenste Cyborg (Maschinengewehrfinger und Mund als Patronenauswurf) der Filmgeschichte. Ich sage nur Gewitterzelten mit Blitzableiter.

Und, ja, seit dem Fantasy Filmfest war ich&n bsp;auch wieder im Kino: "Gucha" (Emir Kusturica)